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New Silk Road Rallye Berlin-Peking 2014: Von Nukus nach Khiva

Gemütlich geht es am heutigen Tag erst um 8 Uhr zum Frühstück. Leider haben wir noch ein gestohlenes Emblem zu verzeichnen. Letzte Nacht musste das BMW Zeichen von Herbert und Elfriede (Team 10) dran glauben. Jedoch haben die Diebe nur das Vordere abmontieren können, beim Hinteren sind sie gescheitert. Allerdings haben sie es tatkräftig versucht, weshalb nun einige Kratzer am Heck sind. Herbert sieht es gelassen.

Heute hat sich Carola bereit erklärt uns den Tag mit ihren Augen zu schildern. Gemeinsam mit Ehemann Jochen bildet sie das Team 2, das mit ihrem Militärjeep dem UAZ die Reise beschreitet. Die beiden bilden unser Sonnenschein-Team. Schlechte Laune oder große Probleme gibt es bei den Beiden nicht, allenfalls Lösungen.

Wir haben heute „Bärentag“. Ein verantwortungsvoller Job mit unserem UAZ, denn dieser springt bei jedem Schlagloch. Deshalb habe ich den kleinen weißen Porzellanbegleiter liebevoll in Toilettenpapier eingepackt, denn er soll es ja noch gesund und munter bis Peking schaffen.

Nach einer harten Nach - im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Bett war wie ein Brett mit gefühlt nur 1 cm Matratze. Entschädigt wurden wir aber mit einem guten Frühstück. Wie heißt es so schön – neuer Tag neues Glück – jeder Tag ein neues Abenteuer. Uns gefällt es sehr gut. Das Team ist cool und auch wir werden immer cooler. Jochen und ich haben heute 300 Dollar in sage und schreibe 870 000 Usbekische Lappen getauscht. Das passt nicht mal in mein Zahnarzt Portemonnaie, denn nun ist die Handtasche voll. Wir fahren heute 200 Kilometer bis Khiva, eine Märchenstadt aus Lehm. Wir lassen uns mal überraschen. Nach Tausend Kilometer Steppe, die wir bereits hinter uns gelassen haben (mittlerweile ein bisschen langweilig), freut sich das Auge. Unser UAZ erklimmt kleine Hügel und es wird grüner um uns herum, ein abwechslungsreiches Bild. Schulkinder in ihren niedlichen Uniformen, Baumwollpflückerinnen bei der Arbeit und kleine Eselskarren, entweder beladen mit Baumwolle, einem Berg Melonen oder der eigenen Ehefrau bilden eine gelungen Abwechslung zur vormals kargen Steppenlandschaft. Um die Mittagszeit suchen wir ein schattiges Plätzchen unter einem Baum. Wir breiten die extra gekaufte Wachsdecke auf der roten Motorhaube aus, um mit unserem Maskottchen ein gemütliches Picknick zu genießen.

Gestärkt absolvieren wir die letzten 50 Kilometer und erreichen die Stadt Khiva. Blaue Kuppeln, große Stadttore und die mächtigen lehmartigen Stadtmauern erheben sich vor uns. Wir tauchen ein in eine andere Welt - fantastisch. Schnell checken wir im Hotel „Asia Khiva“ ein. Eine sehr gepflegte Anlage mit Swimmingpool und schöner Gartenanlage. Als erstes testen wir heute die Betten, eine super Matratze – die Nacht ist gesichert!

Nun heißt es schnell duschen, da wir gleich eine deutschsprachige Führung durch die Altstadt Khivas haben. Eine sehr interessant gestaltete Rundtour. Anschließend trinken wir einen leckeren Cappuccino inmitten des Flairs von 1000 und einer Nacht.

Nach dem Vergnügen dann die Arbeit. Auto checken, denn morgen haben wir 456 Kilometer bis Buchara. Jochen legt sich noch einmal richtig ins Zeug. Mit freiem Oberkörper rüstet er den UAZ für die noch bevorstehenden Abenteuer. Beim Abendessen dann, eröffnet uns Svend, dass wir unwissentlich eine Sonderprüfung absolviert haben. Aufgabe war es ohne Navigation zum Hotel zu finden, was wir mit Bravour meisterten. Allerdings mussten wir dem UAZ gut zureden, damit er die letzten 1,2 Kilometer überwindet. Deshalb haben wir mit 2 Punkten auch nur den 6. Platz gemacht (Vorletzter). Aber da wir ja durch den Bärendienst in Zeitverzug gekommen sind, hat Svend uns in der Nachverhandlung noch 2 Bonuspunkte zugesagt, wodurch wir noch einen Platz gutmachen konnten.

Die Sonderprüfung:

Bei der heutigen Sonderprüfung kam es für die Teams darauf an, trotz eigener Navigationsgeräte die Route von 263 Kilometern in individuellen Startzeiten zu einer festgelegten Uhrzeit zu erreichen. Danach mussten sie von diesem Kontrollpunkt selbstständig zum Endziel (das fantastischen „Asia Khiva“ Hotel) navigieren. Die nur 1,3 Kilometer lange Strecke durch die Altstadt dieser malerischen Perle des Orients stellt das ein oder andere Team vor eine schwierige Aufgabe. Mir hat es besonders viel Spaß gemacht den regen Funkverkehr zu belauschen. Letztendlich sind wie bisher alle Teams wohlbehalten und mit sehr guter Laune zu unterschiedlichen Zeiten im Hotel angekommen. Team Schweiz (3) hat zwar den Kontrollpunkt ausgelassen, war dafür aber als erster im Hotel. Als äußerst clever hat sich das Trio mit den Teams 5,6 und 7 erwiesen. Mit Fregattenkapitän Ade  Dieter als Cheffunker und Steuerfrau Trudi (Team 6), den Routenscouts Friedhelm und Monika (Team 5), und im immer Schlepptau das Seniorenduo Manfred und Klaus (Team 7) gelangte dieses Triumphirat sicher in ihren Zielhafen. Herzlichen Glückwunsch.

Team 2: Jochen und Carola hatten den Bären an Bord, machten tolle Fotos, aber am Kontrollpunkt war mal wieder Ende im Gelände für den UAZ „Scheiß Zündkontakt“. Andy und Henning (Team 8) waren bis zum Kontrollpunkt ganz weit vorne, wollten mal eben Tanken, fanden aber keine Tankstelle, so war nicht mehr als ein Mittelplatz drinnen. Trotz Museumsbesuchs meisterte Team 1 (Peter und Mariette) die Aufgabe blenden, sodass der erreichte Platz ein Teil ihrer langjährigen Ehe bestätigt.  Hans-Günter und Anke (Team 11) hatten ohne Sonderprüfung schon 3 Sonderpunkte, weil sie sich als hervorragende Hotelscouts erwiesen haben. Sie waren bislang fast immer die Ersten. Obwohl sie heute ihre Strategie änderten, erreichten sie trotzdem die maximale Punktzahl von 12 Punkten. Team Österreich (Hans & Walter) machten trotz verlorener Radkappe, abgerissenem Auspuffgummi  und  gefühlten 496 Fotos, die Walter machen musste auf der Strecke eine gute Figur und brachten mit ihrer allseits konstanten Leistung eine wirklich gute mittelklassische Platzierung zustande. Relef mit Jeannette im Wagen Nr. 9 schafften unerwartet das Zeitfenster nicht, weil sie sich in einem viel zu langen Hamburger Schnack mit Team B2 über das WalkieTalkie aufhielten. Meine größte Hochachtung und 4 Sonderpunkte haben sich Hans-Jürgen und Wilma (Team 12) verdient. Sie sind zunächst einmal vor dem Nordtor der Stadt statt rechts nach links abbogen immer mit Herbert und Elfie (Nr. 10) im Schlepptau. Bis Herbert sie plötzlich verlor und das Funkgerät in diesem Moment ausfiel. Ich habe noch nie einen 12 Zylinder BMW so schnell zum zweiten Mal am Kontrollpunkt vorbeifegen sehen. Regina und ich erstickten im Staub. Nachdem Hans-Jürgen am Endziel angekommen war, bemerkte er, dass sein Partnerteam sich hoffnungslos in der Altstadt von Khiva verirrt hatte. Ohne lange Nachzudenken drehte Team 12 um und begab sich auf die Suche nach den Verschollenen. Das Orgateam hat für die besondere Leistung für Vertrauen und Verlässlichkeit und den Verlust für den eventuellen Sieg Hans-Jürgen und Wilma 4 Bonuspunkte absolut verdient zugestanden. Bei einer gemeinsamen harmonischen Abendtafel und dem danach obligatorischen Schwarztanken vor dem Hotel ging ein ausgesprochen stimmungsvoller Tag zu Ende.

Platzierung
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