Dou Dizhu

„Kampf dem Gutsherrn“

Chinesen lieben Kartenspiele und Dou Dizhu ist eines der beliebtesten. In dem Spiel treten zwei „Bauern“ gegen einen „Gutsherren“ an. In mehreren Stichen geht es darum, wer als erstes alle seine Karten ausspielt. Nicht nur ein gutes Blatt, sondern auch Geschicklichkeit und Teamplay sind gefordert. Und so funktioniert der chinesische Spieleklassiker:

1. Mischen und Verteilen

Gespielt wird mit drei Personen und einem Kartenblatt bestehend aus 52 Karten (2 bis Ass) + zwei Jokern. Zunächst werden die Karten gemischt und dann verteilt. Jeder Spieler erhält 17 Karten. Die drei verbliebenen Karten werden verdeckt auf den Tisch gelegt.

2. Reizen

Bei Dou Dizhu spielen zwei "Bauern" gemeinsam gegen einen "Gutsherren". Zunächst muss beim Reizen entschieden werden: Wer spielt als "Gutsherr"? Jeder Spieler gibt ein Gebot zwischen 1 und 3 ab. Der Spieler mit dem höchsten Gebot ist der "Gutsherr". Er deckt die drei übrigen Karten kurz auf, bevor er sie aufnimmt. Das Gebot bestimmt übrigens den Spieleinsatz.

Tipp: Um als "Gutsherr" zu beginnen sollte man ein starkes Blatt haben.

3. Spielziel

Der Spieler der als erstes alle Karten abgelegt hat gewinnt das Spiel.

4. Kartenwerte

Die Karten sind nach ihren Werten geordnet, wobei die 2 nach den beiden Jokern den höchsten Wert darstellt. Die Kartenfarbe spielt keine Rolle.

5. Stechen

Der "Gutsherr" beginnt das Spiel/den ersten Stich in dem er eine Karte oder Kartenkombination ausspielt. Danach geht es reihum (in China wird gegen den Uhrzeigersinn gespielt). Der nächste Spieler kann nun mit einer Karte oder Kartenkombination der gleichen Kategorie und Anzahl bedienen. Diese muss einen höheren Wert als die zuvor ausgespielte Karte oder Kartenkombination besitzen. Kann oder möchte er nicht bedienen kann er auch passen. Gespielt wird so lange bis kein Spieler mehr bedienen kann oder möchte, bzw. alle Spieler gepasst haben. Der Spieler der am Ende den höchsten Wert ausgespielt hat gewinnt den Stich und darf erneut herauskommen.

Beispiel:

Spieler 1:

Spieler 1 beginnt den Stich mit seinem niedrigsten Pärchen.

Spieler 2:

Spieler 2 legt ein höheres Pärchen.

Spieler 3:

Spieler 3 gewinnt den Stich, in dem er das höchste Pärchen legt, damit darf er den nächsten Stich beginnen.

Beispiel so geht es nicht:

Spieler 1:

Spieler 1 beginnt den Stich mit seinem niedrigsten Pärchen.

Spieler 2:

Spieler 2 muss ein höheres Pärchen legen.

Beispiel so geht es nicht:

Spieler 1 beginnt den Stich mit einer niedrigen Straße.

Spieler 2 kann nur eine Straße ausspielen, die aus gleich viele Karten besteht.

6. Kombinationen

Neben Einzelkarten gibt es auch die Möglichkeit Paare und Straßen, sowie Kombinationen aus beidem auszuspielen. Hohe Kombinationen können zudem mit Kicker-Karten* ergänzt werden. Folgende Möglichkeiten gibt es:

Kategorie Beschreibung Niedrigste Kombination Höchste Kombination
Einzelkarte Einzeln ausgespielte Karten 3 Joker rot
Straße Mindestens 5 aufeinander folgende Karten 3 4 5 6 7 3 4 5 6 7 8 9 10 B D K A 2
Pärchen 2 Karten mit gleichem Wert 33 22
Pärchen-Straße Mindestens 3 aufeinander folgende Pärchen 33 44 55 66 77 88 99 1010 BB DD KK AA 22
Drilling 3 Karten mit gleichem Wert (wahlweise mit einem Kicker*) 333 (6) 222 (5)
Drilling-Straße Mindestens 2 aufeinander folgende Drillinge (wahlweise mit einem Kicker* je Drilling) 333 444 (7 B) BBB DDD KKK AAA 222 (3 6 8 10)
Full House 1 Drilling und 1 Pärchen als Kicker* 333 55 222 88
Full House-Straße mindestens 2 aufeinander folgende Drillinge mit zwei Pärchen als Kicker* 333 444 88 66 DDD KKK AAA 222 33 55 66 88
Vierling Mindestens 4 Karten mit gleichem Weg mit 1 oder 2 Kickern* 3333 5 2222 3 8
Bombe** Vierling ohne Kicker oder Joker-Pärchen 3333 JJ
Vierling-Pärchen 1 Vierling mit 1 oder 2 Pärchen als Kicker* 333 88 2222 99 KK

* Kicker-Karten können beliebig gewählt werden, ihr Wert ist nicht relevant, er darf nur nicht der gleiche sein, wie der Wert der Basiskarten.

** Bomben können immer und über alle anderen Blätter ausgespielt werden. Sie sind nur durch eine höhere Bombe zu schlagen (höchste Bombe ist das Joker-Pärchen). Jede Bombe verdoppelt den Spieleinsatz.

Tipp: Bomben haben einen sehr hohen Wert und lassen sich besonders effektiv kurz vor Spielende ausspielen, da man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Stich gewinnt, erneut starten und dann abschließen kann.

Beispiel so verwendet man Kicker:

Drilling

Pik 9

Kicker-Karte

Spieler 1 spielt einen Drilling zusammen mit einem Kicker seiner Wahl.

Drilling

China Spielkarten - durchgestrichen - Karo Dame

Kicker-Karte

Spieler 2 muss einen höheren Drilling spielen. Der Wert des Kickers ist nicht relevant.

Drilling ohne Kicker

Spieler 2 spielt zwar einen höheren Drilling muss diesen aber zusammen mit einem Kicker ausspielen.

Drilling

Pik 3

Kicker-Karte

Spieler 2 spielt einen höheren Drilling zusammen mit einem Kicker seiner Wahl.

Tipp: Als Kicker eigenen sich besonders kleine Karten die nicht in einer Kombination ausgespielt werden können.

7. Spielende und Wertung

Der Spieler der zuerst alle Karten abgelegt hat gewinnt das Spiel Dou Dizhu. Gewinnt der "Gutsherr", so wird ihm von beiden Bauern sein Einsatz ausgezahlt. Lag der Einsatz beispielsweise bei 2, so erhält der "Gutsherr" 4. Gewinnt einer der "Bauern", so erhalten beide "Bauern" je die Hälfte des Einsatzes vom "Gutsherren", in diesem Fall wären das jeweils 1. Der Einsatz selbst richtet sich nach dem höchsten Gebot beim Reizen. Allerdings sorgt jede ausgespielte Bombe für eine Verdopplung des Einsatzes. Konnte ein Spieler keine einzige Karte ausspielen, so verdoppelt sich der Einsatz ebenfalls.

Einsatz: Chinesen spielen gerne um Geld, man kann aber natürlich auch mit Chips oder Punkten spielen.

8. Weitere Tipps

  • Einzelkarten und niedrige Pärchen lassen sich schwer ausspielen. Am besten verwendet man sie in Straßen oder höheren Kombinationen.
  • Komplexe Kombinationen, wie z.B. lange Straßen sind schwer zu schlagen.
  • Die Bauern sollten sich gegenseitig unterstützen

 

 

Dou Dizhu kann man auch online spielen. Eine Videoanleitung finden Sie auf dem Blog www.fitfuerchina.org:

Quelle: www.fitfuerchina.org