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Südchina Reiseführer

Das ursprüngliche China

"In Südchina reiten die Menschen auf Elefanten zur Arbeit". In Nordchina trifft man immer wieder auf abwegige Vorurteile gegenüber den Menschen in Südchina.  So falsch diese Irrglauben auch sind, zeigen sie doch, wie urig und wie traditionell behaftet der noch immer sehr ursprüngliche Süden Chinas ist. Viele verschiedene, nicht Han-Chinesische Minderheiten erhalten ihre ganz spezifischen Traditionen und Trachten am Leben, Kormoranfischer lassen in Südchina noch vor Sonnenaufgang ihre Vögel fliegen und in Chengdu tummeln sich große und kleine Pandabären in der Morgensonne. In stärkerer Konzentration können Sie Chinas Seele nirgends erleben.

Südchina Reisehinweis:

Wenn Sie in Südchina unterwegs sind, probieren Sie unbedingt die regionalen Küchen. In Südchina ist die kulinarische Vielfalt und Diversität besonders spannend und lohnenswert. Jede Stadt, jedes Dorf und jeder noch so kleine Ort hat seine eigenen Spezialitäten und Besonderheiten. Lassen Sie sich diesen wichtigen Aspekt der chinesischen Kultur auf keinen Fall entgehen.

Geographie

Zwar sind Nord- und Südchina nicht durch klare Grenzen voneinander getrennt, doch üblicherweise wird der Verlauf des Yangtze-Flusses zur Hilfe genommen.  Ein weiter Anhaltspunkt ist das weiter im Norden gelegene Qin Ling-Gebirge, das den trockenen und kontinentalen Norden vom warf-feuchten und teilweise tropischen Süden abgrenzt. Im Gegensatz zum Norden des Landes wird Südchina regelmäßig von Monsunregen heimgesucht. Dementsprechend feucht und fruchtbar ist das Land und so finden sich in Südchina saftige Regenwälder, riesige Bambuswälder und riesige Fluss- und Feuchtgebiete. Von der östlichen Küstenprovinz Fujian bis zu den westlichen Bergprovinzen wie Sichuan und Yunnan steigt das Land über viele tausend Kilometer an.  Dementsprechend divers fallen die Landschaften aus. Weiße Sandstrände und Palmen an der Küste, feuchtes Waldland auf gemäßigten Höhen und karges, teilweise verschneites Bergland in den Ausläufern des Himalaya. Südchina hat alles zu bieten!

Völkervielfalt

In Südhina findet sich eine Vielzahl verschiedener, traditionsbewusster Völker, den sogenannten Minderheiten. Das Land in den meisten südchinesischen Provinzen ist stark zerklüftet und von unwegsamen Gelände geprägt. So war es in früheren Zeiten für viele Jahrtausende selbst räumlich nahegelegenen Völkern kaum möglich, Kontakt miteinander aufzubauen. Das Resultat sind stark unterschiedliche Dialekte, Traditionen, Trachten und Küchen. Das in China weit verbreitete Mandarin wird hier vielerorts gar nicht gesprochen und auch kaum verstanden. Der größte Südchinesische Dialekt, Kantonesisch, wird hauptsächlich in Hongkong und der umliegenden Provinz Guangdong gesprochen. Auf der Südsee-Insel Hainan ist ein starker vietnamesischer Einfluss zu spüren.

Guangdong

Die Provinz

Die chinesische Provinz Guangdong. Hier wurden die großen Kung Fu-Legenden berühmt: Jackie Chan, Chow Yun-Fat und nicht zuletzt Bruce Lee stiegen in den Filmproduktionen der kantonesischen Studios zu internationalen Stars auf. Sie alle stammten aus der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong und eroberten die Leinwände der ganzen Welt mit furiosen Schlägen, Tritten und Sprüngen.

Doch die südchinesische Provinz hat mehr zu bieten als Kung Fu-Stars. Die kantonesische Küche ist auf der ganzen Welt berühmt für ihren fantastischen Mix aus süßem, saurem und scharfem. Guangdongs Landschaften erfüllen jede Klischee-Vorstellung mit vielen Meter hohen Bambuswäldern, kleinen Flüssen und Bergen in der Ferne. Hongkong, im Süden der Provinz ist ein beliebtes Reiseziel und kann getrost als ganz eigene Welt verstanden werden.

Hongkong

Hongkong ist an der Küste, zwischen Hügel und Berge gebaut. Hier konzentrieren sich unvorstellbar viele Menschen auf kleiner Fläche. Man kann es sich so vorstellen: Beinahe die gesamte Schweizer Bevölkerung vereint auf einem Flecken wenig größer als Berlin. Trotz dieses Platzmangels steht die Stadt zur Hälfte auf unbesiedeltem Bergland, weil die Fläche benötigt wird um Regenwasser aufzufangen. Um Land zu gewinnen wurden Buchten zugeschüttet und in die Vertikale gebaut: Hongkong hat über 3.500 Gebäude von mehr als 90 Metern Höhe und liegt darin weltweit mit großem Abstand an der Spitze. Die Konsumausgaben der Hongkonger sind die höchsten in Asien, doch bei aller Internationalität scheinen die chinesischen Traditionen hier viel lebendiger als auf dem restlichen Festland. Hongkong ist eine der wenigen Metropolen auf dem Globus, die man gesehen haben muss, obwohl es weder Paläste, antike Gemäuer noch berühmte Museen gibt. Hongkong selbst ist eine riesige Sehenswürdigkeit!

Im Opiumkrieg (1844) okkupierten die Briten die damals fast unbewohnte Insel, die sie nach dem Dialekt der hiesigen Bootsleute irrtümlich „Hongkong“ (Hong Kong) nannten. Der Name Hongkong „Weihrauchhafen“ bezog sich jedoch ursprünglich nur auf eine Anlegestelle der Stadt. Im Jahr darauf trat China die Insel Hong Kong „auf ewig“ an Großbritannien ab. Im Jahr 1860 übergaben Sie zudem die gegenüber liegende Halbinsel Kowloon („Neun Drachen“). 1898 pachteten die Briten noch das Hinterland und weitere Inseln, die „New Territories“, dazu – auf 99 Jahre. Da die „auf ewig“ abgetretenen Teile für sich nicht lebensfähig waren, fiel 1997 ganz Hongkong an China zurück.

Kanton

Der vom Namen der Provinz Guangdong abgeleitete Name "Kanton" wird heutzutage weniger für die gesamte Provinz, als vielmehr für die Provinzhauptstadt Guangzhou gebraucht. 
Kanton ist mit über 12 Millionen Einwohnern eine der 10 größten Städte Chinas. Die Nähe zu Hongkong und damit zu einem der größten internationalen Häfen Chinas, brachte Kanton bereits früh einen gewissen Wohlstand. Über viele Jahrhunderte war nur in Kanton der Handel mit westlichen Schiffen gestattet und so gerieten Händler aus Europa nur hier in Kontakt mit der chinesischen Kultur. Die kantonesische Sprache und Küche wurden damit zum Sinnbild für ganz China. 

Tierwelt

In den südchinesischen Provinzen leben einige der exotischsten Tiere Chinas. Die große chinesische Provinz Sichuan ist bekannt als die Heimat des Großen Pandabären. Dort erfüllen rund 1.900 freilebende Exemplare Chinas Tierschützer mit Stolz. In der großen und tierfreundlichen Panda-Aufzuchtstation in Chengdu erhalten teilweise Angestellte, teilweise ehrenamtliche Mitarbeiter die die vom Aussterben bedrohte Tierart weiter am Leben. In der südlicher gelegenen Provinz Yunnan, an den Grenzen zu Myanmar, Laos und Vietnam, leben noch heute einige letzte Exemplare der stark bedrohten, indochinesischen Tiger. Die scheuen Raubkatzen haben sich mittlerweile tief in die Bambuswälder und die Höhen des Himalaya zurückgezogen. Im Nanwan-Naturschutzgebiet auf der tropischen Insel Hainan, lebt heute die größe freie Rhesusaffen-Kolonie Asiens. Hier treffen sich Mensch und Tier auf Augenhöhe. Aber Vorsicht: Die frechen und wenig scheuen Affen haben schon so manchem unvorsichtigen Touristen die mitgebrachten Snacks geklaut.

Tsedang

Klöster, Burgen und Königsgräber

Wiege der tibetischen Kultur

Wer nach Lhasa fliegt, landet im Tal des Zangbo (Brahmaputra), das mit seinen Nebentälern als Wiege der tibetischen Kultur gilt. Die Kleinstadt Tsedang ist das Zentrum dieser Region, in der sich Tibets älteste Klöster befinden. Eine Sage siedelte den Ursprung des tibetischen Volkes ebenfalls hier an.  

Kunming

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Weitere Highlights

Die Tibet-Bahn

Die sogenannte Tibet-Bahn (auch: Lhasa-Bahn oder Qinghai-Tibet Bahn) verbindet Tibets Hauptstadt Lhasa mit der chinesischen Provinz Qinghai. Damit ist sie eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den beiden Regionen. Der Fahrplan ist zum Großteil auf Touristen ausgelegt, sodass Sie bei einer Fahrt mit der Bahn viel Tageslicht mitnehmen und die Landschaft genießen können. Am höchsten Pass erreicht die Tibet-Bahn eine Höhe von 5.027 Metern. Damit ist sie die höchste befahrene Eisenbahnlinie der Welt. Zudem fährt sie den höchsten Bahnhof der Erde an und durchfährt den welthöchsten Tunnel.

Tibets Küche

Eines der grundlegenden tibetischen Lebensmittel ist tsam-pa, eine Art Teig, der aus gebratenem Gerstenmehl, Yak-Butter mit Wasser und einem einheimischen, leicht säuerlichen Bier, hergestellt wird. Wer neue Erfahrungen schätzt, kann tsam-pa bedenkenlos essen und sollte sich auch nicht von dem leicht ranzigen Geschmack abschrecken lassen, der durch die Yak-Butter hervorgerufen wird.

Auch, wenn es vermutlich nicht der Höhepunkt einer Tibetreise wird: das lokale Getränk, den Yak-Butter-Tee, sollte jeder Reisende zumindest einmal probiert haben. Er wird aus Yakbutter, vermischt mit Salz, Milch, Soda, Teeblättern und heißem Wasser hergestellt. Die geschüttelte Mischung erinnert im Aussehen und Geruch eher an eine Fleischbrühe als an einen Tee.

Mount Everest

Die größte und beeidruckendste Sehenswürdigkeit Tibets (und wahrscheinlich ganz Asiens) ist mit Sicherheit der höchste Berg der Welt - der Mount Everest. Auf einer Höhe von 5.200 Metern befindet sich eines der ältesten und größten Basislager. Hier haben sich Zwischenlager, eine kleine Zeltstadt und andere wichtige Einrichtungen für Bergsteiger etabliert. Von diesem Basislager aus gibt es einen fantastischen Blick auf den majestätischen Berg. Das Basislager wurde erstmals 1924 von einer britischen Expedition benutzt, die bei der Besteigung allerdings scheiterte. Heute wird der Mount Everest regelmäßig von Abenteurern, Adrenalin-Junkies und besonders wohlhabenden Sportlern bestiegen.

Kailash

Tibets heiliger Berg Kailash liegt im Westen des Landes. Mit 6.638 Metern Höhe ist dieser Berg zwar bedeutend kleiner als der Mount Everest, hat jedoch eine auffallend symmetrische Form, ist ganzjähring mit Schnee bedeckt und wird seit Jahrhunderten als heiliger Berg von den Tibetern verehrt. Sein Status als heiliger Berg sorgt dafür, dass der Kailash als bis heute unbestiegen gilt. Nur ein einiges Mal erreichte ein Mensch die Spitze des Berges, als im 11. Jahrhundert der Yogi Milarepa den Kailash bestieg, nachdem er viele Jahre in dessen Schatten als Einsiedler lebte. Reisende aus aller Welt würdigen den Berg und seine Bedeutung, indem Sie auf Jahrhunderte alten Pilgerpfaden um den Kailash herumwandern und sich rücksichtsvoll an das Besteigungsverbot halten. Den Buddhisten gilt der Kailash als Zentrum des Welt-Mandalas und das vorgebliche Ziel jedes Buddhisten ist es, den Kailash 108-Mal zu umrunden.

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